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 Absolut Trio 27.09.18 Video zu diesem Konzert auf YouTube

Donnerstag 27. September 2018, 20 Uhr
Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur 

Présence - die Kugelgestalt der Zeit

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Das Absolut Trio spielt B.A. Zimmermann
Bettina Boller
- Violine,  Judith Gerster - Violoncello, Stefka Perifanova - Klavier

Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)

Sonate für Geige und Klavier (1949)

 

Vier kurze Studien für Cello solo (1970)

 

Présence - Ballet blanc für Violine, Violoncello und Klavier

1ère scène

– introduction et pas d’action (Don Quichote)

2ième scène

– pas de deux (Don Quichote et Ubu)

3ième scène

– Solo (pas d’Ubu)

4ième scène

– pas de deux (Molly Bloom et Don Quichote)

5ième scène

– pas d’action et finale (Molly Bloom)

Bernd Alois Zimmermanns Geburtstag jährt sich 2018 zum hundertsten Mal. Seine Werke finden erneut Anklang über die sensationellen Skandale anlässlich ihrer Uraufführung hinaus. "Zeit" beschäftigte Zimmermann in seinem ganzen Schaffen, sei es ganz direkt in Bezug auf die eigene Biografie (mit Jahrgang 1918 war ihm «Gnade der späten Geburt» nicht vergönnt; er wurde in die Wehrmacht eingezogen), aber auch in philosophischer und künstlerischer Hinsicht: In unserer Wahrnehmung sind alle Gedanken gleichzeitig – im Jetzt! Das Absolut Trio sucht eine Annäherung an dieses Jetzt mit  dem grossartigen Klaviertrio "Présence"  (Die Einspielung ist beim Label Guild zu finden). Dazu erklingt die frühe Geigensonate mit südamerikanischen Elementen, sowie die späten Vorstudien zur grossen Cellosonate. Egidius Streiff liest aus Texten des (freiwillig und viel zu früh aus dem Leben geschiedenen!) Bernd Alois Zimmermann, die auch heute nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren haben.
Zwei Fragen haben B. A. Zimmermann immer wieder beschäftigt: Wie kann man "Zeit" kompositorisch erfassen und wie Musik mit Literatur, Tanz, Hörspiel, Film verbinden? In „Présence“ werden diese beiden Aspekte miteinander verknüpft: Was hier zur „Präsenz“ gelangt, sind unterschiedlichste Formen des Zeiterlebens (metrisch Strenges steht neben frei Strömendem), und Zimmermanns musikalische Gegenwart steht neben Zitaten aus Werken von R. Strauss, S. Prokofjew und K. Stockhausen oder Anspielungen auf vergangene Epochen wie etwa Walzer und Blues. Andererseits tritt die Musik auf vielfältige Weise in Kontakt mit Tanz, Szene und Literatur: In den 5 musikalisch-choreographischen Szenen begegnet man drei literarischen Gestalten, drei Grundtypen menschlichen Verhaltens: Miguel de Cervantes‘ tragikomischer Ritter Don Quichote trifft als weltfremder Idealist auf Roi Ubu, den grotesk-bösartigen Gewaltherrscher aus den Dramen Alfred Jarrys, sowie auf Molly Bloom, der archetypischen Verkörperung sinnlich-erotischer Weiblichkeit aus James Joyces Ulysses. Dazu präsentiert ein paradoxerweise stummer Speaker Schrifttafeln mit rätselhaft-poetischen Versen aus Gedichten von Paul Pörtner. In karnevalesker Weise treffen also klangliche, szenische und literarische Zeichen aufeinander, die auf buntscheckigste Zusammenhänge verweisen: „Présence“ als klanglich-choreographisches Spiel, das an die Phantasie des Publikums appelliert.

Für das Absolut Trio spielt die künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit eine grosse Rolle, weshalb es in regelmässigen Abständen Kompositionsaufträge vergibt. Dreizehn gewichtige Werke für Klaviertrio (teils mit Live-Elektronik) sind so entstanden und werden in beziehungsreiche Programmkonzepte integriert, ebenso wie Trouvaillen und Raritäten. Das Trio war zu hören u.a. im Art Center in Seoul, in der Wigmore-Hall in London, im Münchner Gasteig, der Zürcher Tonhalle, dem WDR Köln und am ppIANISSIMO-Festival in Sofia. Die erste CD des Absolut Trio mit Werken von A. Schoenberg, R. Kelterborn und B.A. Zimmermann, 2007 noch mit der Cellistin Imke Frank beim Label Guild herausgekommen, wurde von der Fachpresse in den höchsten Tönen gelobt und erhielt einen Supersonic Award. 2018 wurde das Trio mit dem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet.                 http://www.absoluttrio.ch

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