musica aperta_03

20. Saison 2018 - 2019 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch   www.villastraeeuli.ch

 

Donnerstag 31. Januar 2019, 20 Uhr
Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur

Splitter - ein Mosaik in Text und Musik

Kombi A_800

mit Julia Wahren - Rezitation/ Performance & Egidius Streiff - Violine
und dem Ensemble Horizonte Detmold:
Mareike Neumann - Violine, Maria Pache - Viola, Martina Styppa - Violoncello, Jörg-Peter Mittmann - Oboe, Helene Schütz - Harfe

Giacinto Scelsi (1905 - 1988)

Arc en ciel (1973) für Violine und Viola

Max E. Keller (1947)

Mobile (2013) für 2-5 Mitwirkende ad libitum

Bernd A. Zimmermann (1918-1970)

Vier kurze Studien (1970) für Violoncello

Guillaume de Machaut ( ca. 1300-1377)

Rondeau Ma fin est mon commencement

Arnold Schönberg (1874-1951)

Ein doppelt Spiegel- und Schlüsselkanon for vier Stimen gesetzet auf niederlandsche Art

Jörg-Peter Mittmann (1962)

tenebrae (2005) für Oboe, Violine, Viola und Violoncello

Kaija Saariaho (1952)

Cloud Trio (2009) (Auszüge) für Violine, Viola und Violoncello

Jérôme Combier (1971)

Noir gris (2006) für Streichtrio

Claudio Monteverdi (1567-1643)

Zefiro torna (1632) arr. für Ensemble

Malika Kishino (1971)

Lamento (2014) für Violine und Viola

Jean-Luc Darbellay (1946)

Chemins croisés (2017) für Oboe und Violine

Scheinbar ungeordnet trifft Musik aus Mittelalter und Frühbarock auf avantgardistische Klänge, überlagert und kontrastiert mit Texten aus dem Umfeld von Marcel Duchamp und dem frühen Dadaismus. Aus der scheinbaren Sinnlosigkeit von Klang- und Wortfolgen schält sich allmählich ein Beziehungsgeflecht heraus, das Grundkonstanten unseres musikalischen und logischen Verstehens greifbar macht und den Bogen spannt über Musik verschiedenster Stilrichtungen und Epochen.

In Mobile von Max E. Keller spielt jedes Instrument in freier Reihenfolge die ihm zusagenden, sehr unterschiedlichen Elemente: von verbaler Anregung bis zu auskomponierten Passagen. Die gesellschaftliche Kehrseite solch freier Wahl aus Vielgestaltigem ist Beliebigkeit und Nivellierung bis zur Orientierungslosigkeit - wie im Internet. Die sehr heterogenen Texte spiegeln dies.
Die Sonate für Violine solo ist eines der ersten Meisterwerke von Zimmermann; teils zwölftönig, teils in archaische Formen (Präludium, Rhapsodie, Toccata) erdacht, gelingt Zimmermann ein virtuos beseeltes Geigenstück. Noch enthält er sich den experimentellen Elementen der Sonate für Cello solo, doch die eigene, immer leicht ironisch sprunghafte Sprache ist schon gut hörbar.
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit spielt im Komponieren von Jörg-Peter Mittmann eine große Rolle. In tenebrae sind es die Schatten des Faschismus, die schier unvorstellbaren Kluft zwischen klassisch-romantischer Hochkultur und der Barbarei des Rassenwahns. Ein deformiertes Motiv von Brahms kreist ausweglos in sich, während die Oboe auszubrechen versucht.
Die in Deutschland lebende japanische Komponistin Malika Kishino schrieb Lamento zum Gedenken an die Opfer des großen Erdbebens und Tsunamis von 2011. Die Symbiose von Mensch und Natur stellt sich in Japan als eine Herausforderung ganz eigener Art dar. Sie bewegt sich im Spannungsfeld einer überaus malerischen Landschaft und zugleich der Präsenz extremer Naturgewalten.
In Jean-Luc Darbellays Werke kreuzen sich die "Wege" der beiden so ungleich klingenden Instrumente permanent. In sechs, zum Teil sehr kurzen Sequenzen, ergänzen sich innigste Verschränkungen und expressive solistische Passagen. So verbinden sich die gleichzeitig divergierenden und konvergierenden Eigenschaften der Instrumente zu einem charakteristischen Klangfarbenspiel.

Das Ensemble Horizonte, gegründet 1990, hat sich vor allem durch zahlreiche Uraufführungen, CD-Einspielungen, innovative Programmkonzepte und interdisziplinäre Programme einen Namen gemacht. Das Programm "Splitter" wurde für eine USA-Tournee im Dezember 2017 gemeinsam mit der Münchener Performance-Künstlerin Julia Wahren entwickelt und ist auch in Bonn, München und Hamburg präsentiert worden.

weitere Konzerte: Mittwoch 30.01.2019 im “Safe” , unternehmen mitte, Gerbergasse 30, Basel
 Freitag 1.2.2019 20 Uhr, Französische Kirche le Cap Bern

Dieses Programm als *.doc oder als *.pdf 

 

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Mittwoch 27. März 2019, 20 Uhr
Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur

Uraufführungen - pur
pre-art soloists:
Boris Previsić - Flöten, Matthias Arter - Oboen, Raphael Camenisch - Saxophone, Vladimir Blagojević - Akkordeon,
Gilles Grimaître - Klavier, Tobias Moster - Violoncello, Aleksander Gabrys - Kontrabass

Ugurcan Öztekin (1990)

Wandlungen (3. Preis 11. pre-art Wettbewerb)

Jörg Peter Mittmann (1962) 

Neues Werk (Auftrag von musica aperta)

Emre Eröz (1995)

Amnesia (2. Preis 11. pre-art Wettbewerb)

William Blank (1957)

Neues Werk (Auftrag von musica aperta)

Orestis Papaioannou (*1993)

Prosopíon (Uraufführung der Neufassung)

Emre Sihan Kaleli (1987)

Neues Werk (Auftrag von musica aperta)

Preisgekrönte Stücke des 11th pre-art competition for young composers (Auswahl im September 2018; Jurypräsidium Roland Moser)

Die pre-art soloists spielen seit 2001 als flexibles 4 bis 7- köpfiges Spezialensemble für Zeitgenössisches in zahlreichen Festivals im In- und Ausland (u.a. Biennale Zagreb, Sonemus-Fest Sarajevo, Culturscapes Basel, Tage für Neue Musik Zürich) und wurde 2016 mit dem „Werkjahr Interpretation“ der Stadt Zürich ausgezeichnet. In den letzten Jahren erhielt das Repertoire des einzigartig zusammengesetzten Solistenensembles steten Zuwachs durch die regelmässigen pre-art Competitions, die sich an junge Komponierende aus Südosteuropa richten, sowie durch Aufträge (an ausgewählte KomponistInnen, wie etwa Stefan Wirth, Vinko Globokar oder Djuro Zivković. ) Im Programm 2018/19 präsentiert das Ensemble ausschliesslich Uraufführungen, wobei ganz verschiedene Stile und Generationen involviert sind. So etwa der junge türkische Komponist Emre Sihan Kaleli, Studium in Usbekistan, Holland und Österreich, wo er heute lebt. In seiner Musik ist mit tonalen Anklängen sein kultureller Hintergrund manchmal hörbar. Bei Jörg-Peter Mittmann, eine Generation älter, aus Detmold, ist andererseits oft seine philosophische Ader spürbar, gepaart mit grosser musikalischer Kraft.

weiteres Konzert: Dienstag, 26. März 2019, Ackermannshof Basel

 

 

 

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