musica aperta_03

18. Saison 2016 / 2017 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch

 

Mittwoch 28. Juni 2017, 20 Uhr,
Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur

canti di vita e d'amore
Kornelia Bruggmann -
Stimme, Kontrabass, Schellenbaum, Bassflöte, Gong

2017-03-03 Kornelia Bruggmann_800

 

Blaise Ubaldini (1979)

Bhiksha I & II (Hindu: Almosen) (2016) ) Uraufführung
 
Der Kompositionsauftrag wurde realisiert im Rahmen der Nachwuchsförderung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Giacinto Scelsi (1905-1988)

canti del capricorno XXI (1962-72) für Stimme, Gong, Kontrabass, Schellenbaum, Bassflöte

Luciano Berio (1925-2003)

sequenza 3 (1966) per voce femminile

Luigi Nono (1924-1990)

djamila boupachà Sopransolo 2.Satz aus "canti di vita e d'amore"(1962)

Gerald Bennett (1942)

columba nitens (2010) pour soprano et bande magnétique

Giacinto Scelsi (1905-1988)

pater noster (1970)

Rainer Boesch (1938-2014)
  & Alain Savouret (1942)

dechiffrage à l'ouïe (1960-70) für Tonband und Sängerin

Blaise Ubaldini (1979)

Bhiksha III & IV

Giacinto Scelsi (1905-1988)

canti del capricorno V

Martin Schlumpf (1947)

ritual für k. (2015)

Jacques Demierre (1954)

bleu (1986) pour voix seule

Joëlle Léandre (1951)

hello taxi (1983) für sprechende Bassistin, gespielt von streichender Sängerin

sequenza 3: echo: sie singt sie wie eine mozart-arie. leicht, leichtfüssig, präzise. geht sie ? kommt sie wieder? text des zahnarztfreundes von luciano berio: 9 frei zusammensetzbare satzteile: "gib  mir /  einige worte / für ein weib / zu singen / eine wahrheit / die uns erlaubt / ein haus zu bauen / von einer welt / ohne kummer / ehe es nacht wird"
pater noster: das gebet als " perpetuum nobile ". 
ritual für K: der jodel zieht in die weite, verbindet alte welten, ältestes brauchtum mit heute. ich rufe. ich klage. ich sehne mich. austausch.  bruchstücke.
bleu: ein lachblues in "a". ein blues. a blues. ein lachblues in "a"... erinnern sie sich an kaspar fischer's lachblues? eigentlich möchte die sängerin schon längstens die bühne verlassen haben…..was tut sie da ? ist sie zur richtigen zeit am richtigen ort? fragen.]
taxi:
what the hell is that ? und wie komm ich damit in  ein taxi ? wie komm ich weg hier?  
                                                                 [Kornelia Bruggmann]

Gerald Bennett: Columba Nitens wurde von einer Oster-Sequenz aus dem 12. Jahrhundert von Peter Abaelard, «Epithalamica», inspiriert. Der Text ist von Héloïse d'Argenteuil, der Frau von Abaelard. Jede Phrase beginnt mit «Vale…» (Adieu) und benutzt eine Variante der Melodie der «Epithalamica». Und so ist aus einem Hochzeitslied (dies die Bedeutung von «Epithalamica») ein Abschiedslied entstanden. Der Titel: «Columba Nitens» («schneeweisse Taube») bezeichnet die Braut im Hohen Lied.

Blaise Ubaldini: Bhiksha - Ist das eine Sprache? Ist das ein Gesang? Ist das ein Gedicht oder ein Gebet ? Die Struktur des viersätzigen Werkes stützt sich zum einen auf das Alphabet der Töne der Hindi-Sprache, überliefert durch die ersten Grammatiker Indiens, zum anderen auf ein Lied in bengalischer Sprache der grossen indischen Autors Rabindranath Tagore: Amar Poran Loye. Es geht um vier Zustände der Seele, vier kleine vokale Abenteuer, manchmal innerlich, manchmal äusserlich, immer an der Grenze des Gesangs und des Tanzes.

Kornelia Bruggmann kennt keine stilistischen und historischen Grenzen, von nordischen Balladen aus dem frühen Mittelalter bis zu neusten Kompositionen, von Jazz bis Oper, von Liebeslied zu politischer Protestmusik. Aber das hat nichts mit Beliebigkeit zu tun, vielmehr gibt sie der Musik immer ihr persönliches Gepräge und vor allem eine ungeheure Intensität und Präsenz, der man sich nicht entziehen kann. Sie ist die einzige Sängerin, die in Scelsis "Canti" alle Instrumente selber spielt, wie in unserem Programm zu hören. Und diese 20 Gesänge sind für Kornelia Bruggmann eine Art Lebensbegleiter, in immer neuen Konstellationen interpretiert.
                 
http://www.korneliabruggmann.ch

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