musica aperta_03

22. Saison 2020 - 2021 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch   www.villastraeeuli.ch

 

 Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Sonntag  27. September 2020, 20 Uhr

Aus der Tiefe
Ensemble Aventure (Freiburg i.Br.):

Keiko Murakami - Flöte, Andrea Nagy - Klarinette, Wolfgang Rüdiger - Fagott,
Akiko Okabe - Klavier, Friedemann Treiber - Violine, Ellen Fallowfield - Violoncello

 

Ensemble Aventure red_800

 

Jean-Luc Darbellay (1946)

Dolmar (2000) für Bassklarinette, Violoncello und Klavier

Nicolaus A. Huber (1939)

ALGOL (2019) Nachspiel zu "AION" (1968) für Klavier
   (mit Luftzeichnung & Maultrommel) 

Wolfgang Motz (1952)

De Profundis (2011)  für Fagott, Bassklarinette und große Trommel

Jean-Luc Darbellay (1946)

BACH (2008, rev. 2012) für Fagott solo

Feliz Anne Reyes Macahis (1987)

out of the depths (2017) für Klarinette, Fagott, Klavier und Violoncello

Hans Eugen Frischknecht (1939)

Quintett (1999) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Max E. Keller (1947)

stillstehen, aufsteigen, improvisieren (2020) für Ensemble, Uraufführung  
mit Unterstützung der Stadt Winterthur
    und der Pro Helvetia, Kulturstiftung

Aus der Tiefe ist ein uralter religiöser und existenzieller Topos, der auf Psalm 130 zurückgeht: Aus der Tiefe rufe ich Herr zu Dir. Als Aufforderung zum Hören und als Bekenntnis zur Hoffnung enthält De Profundis zugleich musikalische wie allgemein menschliche Aspekte, die von Komponist*innen vom Barock bis heute auf unterschiedlichste Weise verarbeitet worden sind.
  In unserem Programm erstreckt sich die De Profundis-Thematik von Jean-Luc Darbellays eruptiver Vulkan-Komposition Dolmar (ein vulkanischer Berg in Thüringen) über die brodelnde Energie seelischer Archetypen in Nicolaus A. Hubers neuem Klavierstück ALGOL bis zu den stimmlosen Rufen ohnmächtiger Menschen, denen die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis in out of the depths eine klagend-anklagende Stimme verleiht: „So sehr es meine eigenen Kämpfe widerspiegelt, so beabsichtigt es, von gemeinsamer Furcht, Misstrauen und stimmlosen Rufen von Menschen zu sprechen, die keine Mittel und Macht haben, gehört zu werden."
  Aus den tiefsten Tönen von Fagott und Bassklarinette, die bis in die höchsten Registerlagen steigen, stimmt Wolfgang Motz in De Profundis einen Gesang der Sehnsucht und Hoffnung an. Hans Eugen Frischknechts Quintett hingegen mündet in einen Schlussteil, der einen Rahmen aus Flageolett-Tönen der Violine und Ponticello-Tönen des Cellos setzt, in welchen die anderen Instrumente kurze Episoden einfließen lassen.
  Und verschiedene Bewegungsformen in unterschiedlichsten Dauern bilden den Ausgangspunkt von Max E. Kellers neuem, für Aventure geschriebenen Werk stillstehen, aufsteigen, improvisieren (UA). Mit einer langen, vielfach überlagerten und teils extrem langsamen Wellenbewegung um eine einzige Tonhöhe beginnt das Werk: stillstehend und doch bewegt, wie ein vergeblicher Versuch aufzusteigen. Dann Aufwärtsbewegungen verschiedener Art und improvisierende Formen, frei wuchernd, anarchisch, ohne vorformenden Plan, quasi das ungezähmte Leben.

Das Ensemble Aventure, 1986 in Freiburg gegründet, zählt zu den ältesten und bedeutendsten Ensembles für neue Musik in Europa. Mit seiner renommierten Freiburger Konzertreihe, seinen intensiven Kontakten zu KomponistInnen weltweit, zahlreichen Kompositionsaufträgen, Hunderten von Uraufführungen, internationa-len Konzertauftritten, etwa 20 CDs und etlichen Publikationen zur Vermittlung neuer Musik hat Aventure das Musikschaffen der Gegenwart maßgeblich mitgeprägt und einem breiten Publikum nahe gebracht. Das Repertoire des Ensembles erstreckt sich von der Zweiten Wiener Schule und der amerikanischen Avantgarde über Dada, Fluxus, Konzeptkunst, kritischem Komponieren und der Avantgarde Darmstädter Provenienz bis jüngeren KomponistInnen der neuen Musik in Lateinamerika, Israel und Palästina.                    www.ensemble-aventure.de

       weitere Konzerte: Montag 28. Sept. 2020, Konzertreihe Aventure Freiburg i.Br.
                       Freitag, 16. Oktober 2020, l'art pour l'Aar, Le Cap (Französische Kirche) Bern

 

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Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Mittwoch  4. November 2020, 20 Uhr

Ensenble Horizonte - Bekenntnisse
Ensemble Horizonte Detmold
: Milena Schuster - Violine, Maria Pache - Viola, Martina Styppa - Violoncello,
Dante Montoya - Flöte, Merve Kazokoglu - Klarinette, Jörg-Peter Mittmann - Oboe, Helene Schütz - Harfe,
Yukinobu Ishikawa - Slz

Max E. Keller (1947)

Holzschnitte (2017)) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und Streichtrio

Jean-Luc Darbellay (1946)

... bei einem Engel irgend (2017) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und Streichtrio

Sofia Gubaidulina (1931)

Garten von Freuden und Traurigkeiten (1980) für Flöte, Viola und Harfe

Jörg-Peter Mittmann (1962)

Jenseits der Bläue (2013) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und Streichtrio

Farzia Fallah (1980)

Lalayi - ein Schlaflied für Sohrab (2017) für Streichtrio

Malika Kishino (1971)

Lamento (2014) für Violine und Viola

Sven-Ingo Koch

Il Ricordo della Ciacona

Von "Bekenntnismusik" wird mitunter dort gesprochen, wo ein Komponist rückhaltlos und ohne ironische Distanz für ihn substanzielle Standpunkte in einem Werk ausdrückt. Sie mögen Aspekte einer persönlichen Lebenssituation, einer politisch-gesellschaftlichen Weltlage oder Fragen der Philosophie oder Religion betreffen. Die Semantik solcher musikalischen Manifeste basiert - so sie nicht auf außermusikalische, meist textliche Grundlagen zurückgreift - auffällig häufig auf Traditionsbezügen. Es ist also "Musik über Musik", die die künstlerische Aussage in vielen Fällen transportiert.

          weitere Konzerte:  Mittwoch, 3. Nov. Heidenheim 
                           Donnerstag 5. November, l'art pour l'Aar, Le Cap (Französische Kirche) Bern