musica aperta_03

20. Saison 2018 - 2019 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch   www.villastraeeuli.ch

 

Samstag, 27.Oktober 2018, 20 Uhr
Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur

50 Jahre 1968 - Ensemble Aventure Freiburg i.Br.

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Natascha Maric - Flöte, Andrea Nagy - Klarinette, Wolfgang Rüdiger - Fagott, Akiko Okabe - Klavier,
Friedemann Treiber - Violine, Sylvie Altenburger - Viola, Beverley Ellis - Violoncello, Johannes Nied - Kontrabass,
Nicholas Reed - Dirigent (bei Krüger)

Matthias S. Krüger (1980)

des traces lumineuses (2015) trois mouvements (attacca) pour fagott, trio à cordes, contrebasse et piano

Hans Eugen Frischknecht (1939)

Komposition für Violine und Klavier (1968)

Ulrike Mayer-Spohn (1980)

fEA (2018) für Ensemble, UA Auftrag Ensemble Aventure

Leonardo Idrobo (1977)

macchina (2015/16) für Ensemble

Martin Jaggi (1978)

Skelett (2010/14) 3 Totentänze für Klarinette/Bkl., Violoncello und Klavier

Max E. Keller (1947)

1968 - Das Verkrustete aufbrechen (2018) für 8 Instrumente, UA Auftrag Ensemble Aventure

Das Programm feiert die Nachwirkungen von “1968” – nicht nostalgisch, sondern es fragt, welche Aktualität das Umbruchs- und Aufbruchsjahr nach fünfzig Jahren in der neuen Musik besitzt. Die Echos dieser heißen Zeit des Aufstands gegen falsche Autoritäten, Unterdrückung, Verdrängung, gegen alles Starre und Versteinerte, für eine neue reflektierte Freiheit hallen wider im zeitgenössischen Komponieren, das kritisch wird und offen wie unser Denken, Fühlen, Handeln, das es spiegelt und beeinflusst
Auf dem Programm stehen Werke von KomponistInnen, die eine im weitesten Sinne politische Haltung vertreten und ihre Rolle als Künstler in unserer Gesellschaft reflektieren.
Matthias S. Krüger legt Leuchtspuren der Verflechtung von Einzelnem und gesellschaftlichem Ganzen: Das Fagott ist die zentrale Spur – zu Beginn sehr gezackt, dann sich nach oben wölbend und zum Ende hin nach unten biegend – die in den verschiedenen Besetzungen harmonisch und texturell auf unterschiedlichste Weise beleuchtet, ja ausgeleuchtet wird.
In Hans Eugen Frischknechts Komposition für Violine, entstanden 1968, spiegelt sich der damalige Geist der Emanzipation in der rhythmischen Freiheit des Interpreten und in der Beschränkung auf wenig Material.
Ulrike Mayer-Spohn greift als Nachgeborene die Veränderungen der Zeit in ihrem neuen Aventure-Stück fEA in Form entschleunigter Klangverwandlungen auf, Veränderung und Verbesserung in behutsamer und leiser Art statt als Bruch.
Der junge kolumbianisch-schweizerische Komponist Leonardo Idrobo setzt einen kritischen Impuls im Gefolge von 68: In «macchina» wird eine Maschine in Gang gesetzt, in welche ein Mangel – ein Fehler eingebaut worden ist. Abläufe scheinen alle nicht zu Ende gehen zu können (dürfen). Im Alltag nur allzu bekannt: Geräte werden oft mit einem Verfallsdatum hergestellt, sodass sie alle paar Jahre durch brandneue ersetzt werden müssen.
Der Titel von Martin Jaggis Werk steht stellvertretend für den ganzen Wortstamm, der auf das altgriechische Khorde zurückgeht, welches «Saite» bedeutet. Die drei Stücke beruhen auf drei altertümlichen Streichinstrumenten. Fast zitathaft verwendet Jaggi im ersten Stück für die Solobratsche melodische Floskeln kasachischer Musik, denn es erinnert an die Kobys, das wahrscheinlich älteste Streichinstrument (8.Jh. n. Chr.) überhaupt, das aus dem kasachischen Kulturraum stammt. Von Zentralasien aus traten die Streichinstrumente eine weite Reise über die Mongolei, Indien und den arabischen Raum an, bis sie erst spät im Mittelalter in Europa eintrafen.
Max E. Keller lässt als Vertreter der 68er-Generation aus aktualisierender Erinnerung das Verkrustete aufbrechen: In 5 Anläufen, aber ohne das bequem Mittel von Rezitation einschlägiger Texte, wird je eine rigide Anfangsstruktur allmählich aufgebrochen, zerfällt und durch frei kommunizierende, lockere Gebilde abgelöst. Im vierten Teil mündet das Stück buchstäblich in den Alltag, indem die MusikerInnen statt ihrer Instrumente schlichte Kartonschachteln bearbeiten, der fünfte Teil endet in einer kurzen Kollektivimprovisation - der Schluss des Werkes.

weitere Konzerte: 26.Okt. Freiburg i.Br.;  1. März 19 Le Cap, Bern;  9. Juni Forum Wallis Leuk

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Donnerstag 31. Januar 2019, 20 Uhr
Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur

Splitter - ein Mosaik in Text und Musik
mit Julia Wahren - Rezitation/ Performance und dem Ensemble Horizonte Detmold:
Mareike Neumann - Viol., Maria Pache - Viola, Martina Styppa - V'cello, Jörg-Peter Mittmann - Oboe, Helene Schütz - Harfe

Giacinto Scelsi (1905 - 1988)

Arc en ciel (1973) für Violine und Viola

Max E. Keller (1947)

Mobile (2013) für 2-5 Mitwirkende ad libitum

Bernd A. Zimmermann (1918-1970)

Vier kurze Studien (1970) für Violoncello

Guillaume de Machaut ( ca. 1300-1377)

Rondeau Ma fin est mon commencement

Arnold Schönberg (1874-1951)

Ein doppelt Spiegel- und Schlüsselkanon for vier Stimen gesetzet auf niederlandsche Art

Jörg-Peter Mittmann (1962)

tenebrae (2005) für Oboe, Violine, Viola und Violoncello

Kaija Saariaho (1952)

Cloud Trio (2009) (Auszüge) für Violine, Viola und Violoncello

Jérôme Combier (1971)

Noir gris (2006) für Streichtrio

Claudio Monteverdi (1567-1643)

Zefiro torna (1632) arr. für Ensemble

Malika Kishino (1971)

Lamento (2014) für Violine und Viola

Jean-Luc Darbellay (1946)

Chemins croisés (2017) für Oboe und Violine

Scheinbar ungeordnet trifft Musik aus Mittelalter und Frühbarock auf avantgardistische Klänge, überlagert und kontrastiert mit Texten aus dem Umfeld von Marcel Duchamp und dem frühen Dadaismus. Aus der scheinbaren Sinnlosigkeit von Klang- und Wortfolgen schält sich allmählich ein Beziehungsgeflecht heraus, das Grundkonstanten unseres musikalischen und logischen Verstehens greifbar macht und den Bogen spannt über Musik verschiedenster Stilrichtungen und Epochen.
Das Ensemble Horizonte, gegründet 1990, hat sich vor allem durch zahlreiche Uraufführungen, CD-Einspielungen, innovative Programmkonzepte und interdisziplinäre Programme einen Namen gemacht. Das Programm "Splitter" wurde für eine USA-Tournee im Dezember 2017 gemeinsam mit der Münchener Performance-Künstlerin Julia Wahren entwickelt.

weitere Konzerte: Mittwoch 30.01.2019 im “Safe” , unternehmen mitte Gerbergasse 30, Basel
 Freitag 1.2.2019 20 Uhr, Französische Kirche le Cap Bern

 

 

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